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Evangelischer Kirchenkreis Südthüringen

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Herz zeigen im Advent

Wer am Vorabend des 6.Dezember seine – geputzten - Stiefel vor die Tür oder einen Teller auf die Fensterbank stellt, findet am Morgen Süßigkeiten, Mandarinen, Nüsse oder/und kleine Geschenke darin. Am 6. Dezember ist Nikolaus -Tag. Erinnert wird an den Sterbetag des Bischofs Nikolaus, der in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts in Myra in der kleinasiatischen Region Lykien (dem heutigen Demre in der der Türkei) als Bischof wirkte.

Der Brauch, in der Nacht vor dem Nikolaustag Teller oder Stiefel mit Gaben zu füllen, geht auf eine Legende zurück: Ein verarmter Mann beabsichtigte, seine drei Töchter zu Prostituierten zu machen, weil er sie mangels Mitgift nicht standesgemäß verheiraten konnte. Nikolaus, noch nicht Bischof und Erbe eines größeren Vermögens, erfuhr von der Notlage, warf in drei aufeinander folgenden Nächten je einen großen Goldklumpen durch das Fenster des Zimmers der drei jungen Frauen und rettete so deren Zukunft und Würde.

Außerdem wird erzählt, dass Nikolaus für eine wundersame Kornvermehrung verantwortlich war. In Zeiten einer großen Dürre und Hungersnot ankerte in Myra ein Schiff, vollbeladen mit Getreide, doch die Seeleute durften nichts abgeben. Sie fürchteten die Strafen des Kaisers, der auf jedes Gramm Korn bestand.

Nikolaus überredete die Besatzung den Menschen von Myra ein wenig Getreide abzugeben und versprach gleichzeitig, dass bei der Ankunft beim Kaiser nichts fehlen wird. Tatsächlich bekam die Bevölkerung von Myra ein wenig Korn und die Besatzung des Schiffes konnte trotzdem das vollständige Ladegut beim Kaiser abliefern. Von den wenigen Scheffeln Getreide, die in Myra blieben, lebten die Menschen zwei Jahre lang und es reichte sogar für die Getreideaussaat.

Mit Nikolaus verbinden sich Geschichten, die von seinem großen Herzen für Menschen in Not erzählen, von praktischer Hilfe und tröstenden Beistand. Nikolaus ist einer, der das Wort Jesu aus der Bergpredigt mit Leben füllt: „Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“

Martin Luther sagte einmal, dass die Heiligen für uns Vorbilder im Glauben sind.

Die Erzählungen vom Wirken des Bischofs Nikolaus ermutigen, sich die Not von Menschen zu Herzen zu nehmen, sich nicht abzuwenden und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zu helfen. Zeigen wir Herz im Advent!

 

Eine gesegnete Adventszeit wünscht

Beate Marwede,

Superintendentin in Meiningen und geschäftsführend im Henneberger Land

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