Aus heiterem Himmel – Gedanken zu Christi Himmelfahrt
Wir feiern Christi Himmelfahrt. Ein Tag, der auf den ersten Blick gar nicht so leicht zu greifen ist. Was ist da eigentlich passiert? Die biblischen Erzählungen sagen: Nach seiner Auferstehung kehrt Jesus zu Gott zurück.
Er entzieht sich den Augen und bleibt doch nah. Vielleicht ist genau das der Schlüssel: Himmelfahrt ist weniger ein spektakuläres Ereignis „über den Wolken“, sondern eine Einladung, den Blick zu weiten. Was wir nicht sehen können, ist trotzdem da. Was wir nicht festhalten können, kann uns dennoch tragen.
„Aus heiterem Himmel“ – das kennen wir alle. Manchmal trifft uns Freude ganz unerwartet: ein gutes Wort, ein Moment des Glücks, ein Gefühl von Geborgenheit. Und manchmal trifft uns auch das Gegenteil: Sorgen, Veränderungen, Dinge, die uns erschüttern. Beides gehört zu unserem Leben.
Der christliche Glaube deutet diese Erfahrungen: Gott ist nicht fern, sondern mitten drin. In Jesus ist er „aus heiterem Himmel“ zu uns gekommen – ganz nah, ganz menschlich. Und er bleibt uns nahe, auch über Himmelfahrt hinaus, spürbar und wirksam.
Als Gemeindepädagoge erlebe ich immer wieder, wie individuell Glaube ist. Gerade bei Kindern zeigt sich das besonders deutlich: Was sie berührt, das bleibt. Es zählen nicht fertige Antworten, vielmehr prägen Erfahrungen. Staunen, Fragen, Zweifeln – all das hat seinen Platz.
Über Himmelfahrt findet in Siegburg die Gesamttagung „Kirche mit Kindern“ statt – unter dem Thema „Aus heiterem Himmel“. Ein passender Rahmen, um gemeinsam unterwegs zu sein: miteinander zu glauben, zu fragen, zu entdecken. Es geht darum, Räume zu öffnen, in denen Kinder und Familien etwas von diesem „Himmel“ erfahren können – als Wirklichkeit, die ihr Leben berührt.
Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft von Himmelfahrt: Der Himmel ist nicht einfach oben. Er öffnet sich – manchmal ganz plötzlich. Aus heiterem Himmel.
Ihr Gemeindepädagoge Veit-Reginald Habke