Wenn das Lachen im Halse stecken bleibt - Andacht zum 15. März im Meininger Tageblatt
Mir ist im Moment nicht besonders nach Lachen zumute. Wenn man in diesen Tagen die Nachrichten liest, bleibt einem das Lachen manchmal im Halse stecken. Vielleicht geht es Ihnen ähnlich. Was stattdessen bleibt, ist oft nur ein unbegreifliches Schweigen gepaart mit verzweifelter Wut.
Dabei lache ich eigentlich gern. Lachen befreit. Lachen macht die Welt ein bisschen leichter. Und etwas Leichtigkeit könnten wir gerade gut gebrauchen.
Meine Großmutter sagte oft: „Lach nur – dann sieht die Welt gleich wieder ein Stück besser aus.“ Als Kind habe ich darüber geschmunzelt. Aber ein bisschen stimmt es tatsächlich. Manchmal verändert schon ein kleines Lächeln die Stimmung eines ganzen Tages.
Nun sind wir mitten in der Fastenzeit. Die Tage des Karnevals liegen hinter uns, Ostern ist noch ein Stückchen hin. Fastenzeit – das klingt nach Verzicht, nach Ernst, vielleicht sogar nach einer Zeit ohne Lachen.
Doch genau in diese Wochen fällt ein besonderer Sonntag. Er trägt den Namen Laetare. Das ist Latein und bedeutet: „Freut euch.“
Mitten in der Fastenzeit steht also plötzlich ein Sonntag der Freude. Wie ein kleines Aufatmen auf dem Weg nach Ostern, bzw. ein Vorösterliches Geschenk. Die Kirche erinnert damit daran: Fastenzeit bedeutet nicht, alles Schöne aus dem Leben zu verbannen. Es geht nicht darum, Freude zu verbieten. Es geht darum, innezuhalten und sich neu zu orientieren. Und sie gibt zu: Ohne Freude, ohne Lachen werden wir nicht durchhalten können.
Kurz bevor der Frühling und der Sommer mit all ihren Terminen und Plänen beginnen, dürfen wir uns fragen:
Was tut mir eigentlich wirklich gut?
Was gibt meinem Leben Hoffnung?
Das steckengebliebene Lachen will ich deshalb gar nicht wegreden. So naiv bin ich nicht. Unsere Welt ist oft genug zerrissen und schwer.
Aber vielleicht ist gerade deshalb ein wenig Hoffnung nötig.
Eine Hoffnung, die manchmal einfach damit beginnt, dass wir einander nicht gleichgültig werden.
Da Wolf Biermann in den letzten Tagen viel Aufmerksamkeit in unserer Region bekommen hat, sei nun eine Strophe aus seinem Lied „Ermutigung“ genannt:
„Du, lass dich nicht verhärten in dieser harten Zeit.
Die allzu hart sind, brechen,
die allzu spitz sind, stechen
und brechen ab sogleich.“
Vielleicht ist genau das die Aufgabe dieser Wochen:
nicht hart werden, nicht bitter werden – sondern die Hoffnung bewahren.
Denn auch mitten in der Fastenzeit gilt:
Freut euch! Die Welt braucht Menschen, die hoffen können und manchmal sogar lachen.
Meint Pfarrer Aaron Laßmann-Rogge