Neue Klinikseelsorgerin im Evangelischen Kirchenkreis Südthüringen
Südthüringen/Sonneberg. Der Evangelische Kirchenkreis Südthüringen verstärkt sein Engagement in der Klinikseelsorge: Seit August 2026 ist Pfarrerin Christin Fischer-Kunz durch den Kreiskirchenrat mit der Klinikseelsorge an drei Häusern beauftragt. Sie wird künftig in den Henneberger Kliniken, der Heliosklinik und der Rehaklinik Masserberg für Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie Mitarbeitende ansprechbar sein.
Fischer-Kunz nimmt die neue Aufgabe als Herausforderung und Geschenk von Gott an: „Seelsorge bedeutet mir sehr viel: Sie ist für mich Berufung und Beruf in einem“. Eigene Erfahrungen hätten ihr gezeigt, wie wertvoll es sein könne, in schwierigen Lebensphasen einen Menschen an der Seite zu haben, der zuhört und seelsorglich begleitet.
Auf ihre neue Aufgabe kann die Pfarrerin mit vielfältigen Erfahrungen zurückgreifen. Bereits 2013 erwarb sie am damaligen Seelsorgeseminar in Weimar das Zertifikat für die Klinikseelsorgeausbildung (KSA). Die berufsbegleitende Fortbildung im Sophienhaus in Weimar war auf Schul- und Klinikseelsorge ausgerichtet. Die dort gewonnenen Kenntnisse setzte Fischer-Kunz zunächst insbesondere in ihrer Tätigkeit als Schulseelsorgerin und Religionslehrerin an Grund- und weiterführenden Schulen ein. Im Mittelpunkt standen dabei neben der seelsorglichen Begleitung das kompetenzorientierte Lernen und der Aufbau von Kenntnissen über Religion. Die Arbeit in der Schule habe ihr zugleich ermöglicht, mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen seelsorglich ins Gespräch zu kommen und ihre Fähigkeit weiterzuentwickeln, Menschen empathisch zu begegnen.
Nun richtet sich ihr seelsorglicher Schwerpunkt auf Menschen im Krankenhaus und in der Rehabilitation. Die Klinikseelsorge bietet Raum für Begegnungen und Gespräche, die im Alltag oft fehlen. Schulseelsorge bewege sich bisweilen im Bereich der „Fünf-Minuten-Terrine“: Gespräche fanden meist kurzgefasst in der kleinen Pause statt, während in der Klinikseelsorge Zeit für ein „Sieben-Gänge-Menü“ sei. Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und ihnen die Zeit zu geben, die sie benötigen, ist für sie ein wesentlicher Bestandteil ihrer neuen Aufgabe.
Dabei versteht Fischer-Kunz Klinikseelsorge als ein offenes Angebot: Sie möchte Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer persönlichen Geschichte oder ihrer Religionszugehörigkeit begegnen, mit ihnen in Kontakt kommen, zuhören und Vertrauen aufbauen. Zugleich klammert sie ihren christlichen Glauben nicht aus: Wo Menschen dafür offen sind, will sie zum Vertrauen auf Jesus Christus einladen, gemeinsam beten und Wege eröffnen, auf denen Glaube und Vertrauen wachsen können.
Neben persönlichen Gesprächen und seelsorglicher Begleitung gehören auch Gottesdienste in einem zweiwöchigen Rhythmus zu ihrer Tätigkeit. Damit soll in den Kliniken ein verlässliches geistliches Angebot entstehen – für Menschen, die Trost suchen, neue Kraft benötigen oder ihren Glauben in einer besonderen Lebenssituation leben möchten.
Christin Fischer-Kunz ist verheiratet mit Rainer Kunz, Pfarrer an der Stadtkirche St. Peter in Sonneberg. Das Ehepaar hat zwei erwachsene Söhne. Ihre Erfahrungen aus Pfarrdienst, Schule und Seelsorge bringt sie nun in das neue Arbeitsfeld ein.
Die Klinikseelsorge bedeutet für Fischer-Kunz dabei vor allem eines: Zeit für Menschen. Zeit zuzuhören, Sorgen und Hoffnungen auszuhalten, Vertrauen entstehen zu lassen und Menschen in einer oftmals von Unsicherheit geprägten Lebensphase zu begleiten. Mit Glauben, Erfahrungen und Kenntnissen sehe sie sich den Herausforderungen dieser Aufgabe gewachsen. Besonders wichtig sei ihr, jedem einzelnen Menschen die Zeit geben zu können, die er in seiner jeweiligen Situation braucht.