Festgottesdienst zur 1200-Jahrfeier in Lengfeld
Dienstag der 14. April 2026 im Dörfchen Lengfeld im Landkreis Hildburghausen. Die Kirche präsentiert sich farbenfroh und festlich geschmückt zum Festgottesdienst. Der Anlaß? Eine Urkunde, ein vergilbtes Papier aus längst vergangener Zeit mit fremd anmutender Schrift, und doch zu wichtig, um es zu ignorieren. Ein Name, eine Siedlung mit dem Namen unseres Dorfes. Urkundlich festgehaltene und mit Unterschrift bestätigte Ersterwähnung unseres Dörfchens, welches es nun schon seit 1200 Jahren hier im Weißbachtal gibt.
Ein denkwürdiger Tag und ein Ereignis, das feierlich begangen werden soll. Ein Gottesdienst außerhalb des gewohnten Sonntag? Würde da überhaupt jemand kommen? Befürchtungen kamen auf, im Festkomitee und im Gemeindekirchenrat. Doch die Skepsis in einer nur wenig gefüllten Kirche das Fest zu zelebrieren, wurde an diesem Abend von der Realität weggewischt. Zahlreiche Lengfelder und Gäste aus nah und fern, Christen und Nichtchristen strömten der Kirche zu und zeigten Interesse. Gottes Haus steht jedermann offen und so mancher der sagte: „ich hab´s nicht so mit der Kirche“, traute sich und war doch erschienen.
Der Gottesdienst begann nach dem verklingen des Glockengeläuts mit dem würdevollen gemeinsamen Einzug der Pastorin mit den Ehrengästen, dem „Festkomitee 1200 Jahre Lengfeld“ und dem Gemeindekirchenrat, begleitet durch die Musik der Bläsergruppe des Posaunenchores Hildburghausen. Unsere Pastorin, Frau Ulrike Polster, begrüßte in klarer Sprache und ihrer ruhigen Art alle Anwesenden. Die biblische Lesung beinhaltete das Matthäus-Evangelium Nr. 11,28 („Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken…). Der Kirchenchor Häselrieth sang die beiden Lieder „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“ und „Er ist erstanden halleluja“.
Alle Anwesenden lauschten aufmerksam dem Vortrag unseres „Hobbyhistorikers“ Michael Günther aus Lengfeld zur Geschichte von Dorf und Kirche. Vom Kloster Fulda, dem geistig kulturellen Zentrum des Frühmittelalters und der Urkunde zur Ersterwähnung von Lengfeld am 14.April 826 bis zur heutigen Zeit – ein sehr interessanter Gang durch die Geschichte. Unsere Kirche selbst wird erst im Jahr 1453 urkundlich erwähnt – es wird jedoch vermutet, dass eine Urkapelle zuvor bestanden hat. Der dreiteilig gegliederte Vortrag wurde in den Pausen durch das Gemeindelied „Segne unser Dorf“ mit Begleitung durch die Bläsergruppe gestaltet.
Unsere Ehrengäste, der Stellvertretende Superintendent Herr Nikolaus Flämig und Landrat Herr Sven Gregor überbrachten dem Anlass gerechte Grußworte, die Optimismus verbreiten. Sowohl im religiösen Sinne durch die frohe Osterbotschaft, als auch „ein Hoch“ auf die Dorfgemeinschaft, ihre Geschichte, ihren Zusammenhalt und ihre Traditionen. Für die Zukunft wurde der Rat mitgegeben, kommenden Veränderungen offen zu begegnen. Weitere Ehrengäste waren der Bürgermeister von Themar Herr Joachim Hanf, der Superintendent im Ruhestand Herr Johannes Haak und die stellvertretende Bürgermeisterin von Lengfeld Frau Sabrina Hörning.
Zum Ende des Gottesdienstes sprachen Pastorin Frau Polster, Pastor Herr Flämig und die Gemeindekirchenräte Frau Knoth und Herr Bobka die Fürbitte. Nach dem Vaterunser und der Segnung sang der Kirchenchor Häselrieth noch das Lied zur Jahreslosung 2026 „Siehe ich mache alles neu“. Im Anschluss erfolgte unter Begleitung der Musik der Bläsergruppe, der Auszug der Pastoren, der Ehrengäste, der Mitglieder des Festkomitee und der Gemeindekirchenräte. Im Anschluss sorgte das Festkomitee für das leibliche Wohl der Gäste mit Bratwürsten, Steaks und Getränken. So blieb noch Zeit zu verweilen für gegenseitiges Kennenlernen und nette Gespräche. Der Abend konnte somit mehr als gelungen bezeichnet werden, als Teil der vielen geplanten Veranstaltungen rund um das Festjahr, der allen Beteiligten sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Der Gemeindekirchenrat bedankt sich bei allen Beteiligten, die zum Gelingen des Festgottesdienstes beigetragen haben.