Dr. Michael Beyer zum neuen Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises Südthüringen gewählt
Hildburghausen. Dr. Michael Beyer wird neuer Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Südthüringen. Die Kreissynode wählte ihn am 26. September 2026 auf ihrer Wahlsynode in der WeFa in Hildburghausen. Beyer tritt sein Amt zum 1. Januar 2027 an.
In seiner Vorstellung vor den Synodalen warb Beyer dafür, die Entwicklung des noch jungen Kirchenkreises gemeinsam zu gestalten. Der Zusammenschluss der vier bisherigen Kirchenkreise sei für ihn nicht allein eine Reaktion auf zurückgehende personelle und finanzielle Ressourcen, sondern eröffne zugleich neue Möglichkeiten für kirchliches Leben in Südthüringen.
Zugleich betonte der künftige Superintendent die gemeinsame Verantwortung für die Kirche: „Es ist nicht unsere Kirche. Es ist die Kirche Jesu Christi.“ Gerade angesichts sinkender hauptamtlicher Ressourcen komme es darauf an, Kräfte zu bündeln und das kirchliche Leben gemeinsam mit Haupt- und Ehrenamtlichen weiterzuentwickeln.
Beteiligung und Ehrenamt stärken
Für die kommenden Jahre setzt Beyer auf eine starke Beteiligung der Gemeinden und insbesondere der Ehrenamtlichen. Ihnen müsse noch besser zugehört und ihre Arbeit stärker unterstützt werden. „Ohne sie geht es nicht“, unterstrich Beyer.
Eine besondere Bedeutung misst er der jungen Generation bei. Junge Menschen seien nicht nur die Zukunft, sondern bereits die Gegenwart der Kirche. Zugleich könnten ihre Formen kirchlichen Lebens Hinweise darauf geben, wie Kirche künftig gestaltet werden könne: mit weniger komplizierten Strukturen, mehr Teamarbeit, mehr Beteiligung und größerem Mut, Neues auszuprobieren.
Beyer sprach sich für einen Kirchenkreis mit verlässlichen Strukturen und zugleich einer starken Beteiligung der Basis aus – „nicht einfach von oben nach unten, sondern auch von unten nach oben“. Haupt- und Ehrenamtliche sollten einander zuhören und gemeinsam nach tragfähigen Wegen für die Zukunft suchen.
Veränderungen würdig gestalten
Auch notwendige Abschiede und strukturelle Veränderungen blendete Beyer in seiner Vorstellung nicht aus. Kirche müsse angesichts ihrer gegenwärtigen Situation lernen, Bestehendes wertzuschätzen und zugleich Raum für Neues zu schaffen. Gerade die Kirche wisse, wie wichtig ein würdiger Abschied sei – verbunden mit der Hoffnung auf einen Neuanfang.
Seine Vision verband Beyer mit einem Blick in das Jahr 2036. Dann, so seine Hoffnung, sollen die Menschen im Kirchenkreis auf zehn Jahre gemeinsamer Entwicklung zurückschauen und sagen können: „Wir haben gerungen. Wir haben manches verabschiedet. Wir haben Neues gewagt. Wir haben einander geholfen.“
Beyer kennt sowohl die Arbeit in den Kirchengemeinden als auch die übergeordneten Strukturen der Landeskirche. Nach Theologiestudium und Promotion war er unter anderem als Dozent für Kirchengeschichte und Dogmatik tätig. Anschließend entschied er sich bewusst für den Pfarrdienst. In den vergangenen elf Jahren war er Pfarrer in Oberellen bei Eisenach.
Darüber hinaus übernahm Beyer Verantwortung auf verschiedenen Ebenen der Evangelischen Kirche: unter anderem in Kreissynode und Kreiskirchenrat sowie in der Landessynode und als Stellvertreter im Landeskirchenrat. Diese Erfahrungen möchte er nun in die weitere Entwicklung des Evangelischen Kirchenkreises Südthüringen einbringen.
Mit seinem Amtsantritt am 1. Januar 2027 übernimmt Dr. Michael Beyer die Leitung des Evangelischen Kirchenkreises Südthüringen.