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Andacht

„Darf ich bitte hereinkommen? Ich habe leider eine schlechte Nachricht für Sie.“ - So oder ähnlich beginnen Notfallseelsorger oder Polizisten ein Gespräch, wenn sie vor der Aufgabe stehen, Menschen eine unerwartete Todesnachricht übermitteln zu müssen. Schockierend und herzzerreißend sind diese Nachrichten für die, die sie hören müssen. Schlechte Nachrichten befördern Fragen: „Warum gerade wir?“ - „Wieso trifft es uns?“ Bedrückend ist das Gefühl für die Überbringer schlechter Nachrichten. Das „Warum“ steht und bleibt unbeantwortet. Jeder Versuch einer Antwort wirkt unbeholfen. Aber selbst, wenn eine Antwort gegeben werden könnte, wird die schlechte Nachricht dadurch nicht im Nachhinein zu einer guten. Der Tod ist endgültig.

Das Evangelium am Karfreitag hat uns eine erschütternde Nachricht überbracht. Jesus Christus ist tot. Er, der am Palmsonntag wie ein König gefeiert wurde, ist wie ein Verbrecher auf brutalste Weise gefoltert und in sengender Hitze elendiglich am Kreuz gestorben. Das blanke Entsetzen hat die Jüngerinnen und Jünger Jesu erfasst. Sie sind verstört, voller Angst und deprimiert.

Waren Sie gestern, am Karfreitag, auch erschüttert, als Sie das Evangelium gehört haben? Vermutlich nicht, denn wir hören von Jesu Tod jedes Jahr am Karfreitag und wir wissen um die Auferstehung am Ostersonntag. Jesus stirbt am Kreuz. Das gehört für uns zum Karfreitag. Wir bekennen es jeden Sonntag im Credo: „…gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,…“ Der Evangelist Johannes gibt uns in seinem Karfreitagsevangelium aber noch etwas Wichtiges mit auf den Weg. Jesus ruft am Ende: „Es ist vollbracht!“ Es ist vollbracht!, ruft Jesus aus, bevor er stirbt. So ruft einer, der erlöst ist. So ruft einer, der gewonnen hat. Er hat seinen Auftrag erfüllt. Er hat getan, was zu tun war. Er ist fast am Ziel. Christus steht mit seinem Tod am Übergang zu seiner Erhöhung. Johannes sagt: „Ich habe eine gute Nachricht für euch: Jesus Christus ist gestorben. - Für euch gestorben!“ Diese frohe Botschaft ist im Leid des Karfreitag verborgen, sie ist nicht gleich offensichtlich. Das Schreckliche, das sich auf Golgatha abspielt, bedeutet letztendlich den Beginn eines neuen Lebens für uns. Das war Jesu Auftrag von Gott, seinem Vater. Darum ruft er als Sieger: Es ist vollbracht! Johannes hat seinen Bericht vom Karfreitag im Licht des Osterfestes geschrieben. Wir hören das Evangelium im Licht des Osterfestes. Wir dürfen leben, weil Jesus starb und auferstand, Gott sei Dank! Der Tod ist eben doch nicht endgültig! Denn die Zeit bleibt am Ostersonntag nicht stehen. Im Gegenteil, es ist die Zeitenwende - Das ist doch wirklich eine gute Nachricht. Und deshalb dürfen wir uns morgen im Gottesdienst fröhlich begrüßen „Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!“

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